Publish or Perish: Wissenschaftliches Publizieren zwischen Peer Group, Kostenexplosion und Open Access

Veranstaltung in der International Open Access Week am 25. Oktober 2017 in der UB Stuttgart

Anlässlich der International Open Access Week 2017 findet in der UB Stuttgart eine Fachtagung zum wissenschaftlichen Publizieren statt.

Thema: Publish or Perish: Wissenschaftliches Publizieren zwischen Peer Group, Kostenexplosion und Open Access

Termin: Mittwoch, 25. Oktober 2017, 10 bis ca. 16 Uhr

Ort: Vortragssaal UB Stadtmitte, Holzgartenstr. 16, 70174 Stuttgart

Veranstalter: UB Stuttgart, GeSIG – Netzwerk Fachinformation e.V. (German Serials Interest Group)

Teilnehmergebühren fallen für die Veranstaltung nicht an.

Anmeldeschluss: 18. Oktober 2017

Moderation: Werner Stephan, Prof. Dr. Thomas Ertl, Prorektor für Forschung, Universität Stuttgart (Podiumsdiskussion)


Programm | PDF

Uhrzeit Thema Referent/in
ab 9:30 Anmeldung
10:00 Begrüßung Dr. Helge Steenweg, Direktor Universitätsbibliothek Stuttgart
10:10 Begrüßung seitens der GeSIG Dr. Thomas Mutschler,Erster Vorsitzender GeSIG, Netzwerk Fachinformation e.V.
10:20 Wissenschaftsfreundliches Urheberrecht: Realitäten und Chancen auf EU-Ebene – Videobotschaft Julia Reda, Mitglied des Europäischen Parlaments
10:30 Urheberrechtsreform und Open Access: Fortschritte und Hemmnisse aus Sicht des Landes Baden-Württemberg Dr. Thomas Pflüger, Ministerialrat, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg
11:00 Bilanz und Perspektiven von Open Access an der Universität Stuttgart Stefan Drößler, Open-Access-Beauftragter, Universität Stuttgart
11:15 Forschungsdatenmanagement an der Universität Stuttgart: Datenpublikation – Anspruch und Wirklichkeit Sibylle Hermann, Referentin für Forschungsdaten-management, Universitätsbibliothek Stuttgart
11:30 Empfehlungen für die Open-Access-Transformation Dr. Christoph Bruch, Helmholtz Open Science Koordinationsbüro
12:00 Mittagspause im Direktionsfoyer (Büffet)
13:00 E-Books und Open Access Dr. Niels Peter Thomas
Chief Book Strategist
Springer Nature
13:20 Erfahrungen mit Open Access bei IOP, Thieme und Schattauer Dr. Frauke Gisela Ralf
13:40 Erfahrungen beim Open-Access-Publizieren Prof. Dr. Harald Giessen, 4th Physics Institute, Universität Stuttgart
14:00 Transformation zum Open Access – ein Blick auf die Kosten Dr. Antje Kellersohn, Direktorin Universitätsbibliothek Freiburg; Projektgruppe DEAL
14:30 Kaffeepause
15:00 Abschluss: Podiumsdiskussion, ca. 60 Minuten Moderation: Prof. Dr. Thomas Ertl, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Universität Stuttgart

Baden-württembergische Universitäten wollen Elsevier-Vertrag kündigen

Kritik an Gewinnmargen der Großverlage

Die baden-württembergischen Landesuniversitäten haben mit einem von allen neun Rektoren und Präsidenten unterzeichneten Schreiben angekündigt, den Vertrag mit dem internationalen Wissenschaftsverlag Elsevier zum Jahresende zu beenden.

Der Grund für diesen drastischen Schritt sei das unzureichende Angebot, das der Verlag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen vorgelegt hat, so der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart. Mehrere hundert Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, darunter alle baden-württembergischen Universitäten, verhandeln über die Projektgruppe DEAL mit den Großverlagen Elsevier, SpringerNature und Wiley über nationale Lizenzverträge.

Zu diesem Vorgehen erklärte Prof. Dr. Ressel: „Anders als bei herkömmlichen Zeitschriften und Büchern erhalten wissenschaftliche Autoren ganz überwiegend kein Honorar von den Verlagen. Auswahl und Lektorat der Beiträge wird zumeist auch von Wissenschaftlern kostenfrei übernommen; die darin beschriebenen Forschungen sind fast ausschließlich aus Steuermitteln finanziert. Die Publikation erfolgt mittlerweile oft elektronisch und verursacht in diesem Fall keine Druckkosten. Die Gewinnmargen sind bei den Großverlagen mit bis zu 40 Prozent außergewöhnlich hoch, die Verlagsleistung überschaubar und die Rechnung dafür übernimmt der Steuerzahler.“

Mit dem Projekt DEAL wolle man zu einem fairen Interessenausgleich zwischen Verlagen und Wissenschaft und vor allem zu einer zukunftsfähigen Wissenschaftskommunikation vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung kommen. Elsevier als großer Player verweigere sich aber nach wie vor einer Einigung, weil man offensichtlich hoffe, auf Basis der bisherigen Verträge noch höhere Gewinne zu erzielen. „In der Vergangenheit haben wir gesehen, dass wir untereinander nicht einmal die Vertragskonditionen vergleichen konnten, weil Elsevier in allen Verträgen auf einer Geheimhaltungsklausel bestand“, so Prof. Dr. Ressel.

Man erwarte nun sehr zeitnah von Elsevier ein Angebot, das die folgenden Bedingungen des DEAL-Projektes erfüllen müsse:

• Angemessene Preise anhand eines einfachen Berechnungsmodells, das sich am Publikationsaufkommen orientiert.
• Alle wissenschaftlichen Einrichtungen, die an dem Projekt DEAL teilnehmen, erhalten einen dauerhaften Volltextzugriff auf das gesamte Spektrum der elektronischen Zeitschriften des Verlags;
• Alle Publikationen von Autorinnen und Autoren aus deutschen Einrichtungen sind automatisch Open Access geschaltet.

Weitere Informationen zum Projekt DEAL:
https://www.projekt-deal.de

Quelle: Pressemitteilung der Landesrektorenkonferenz vom 7. Juli 2017

Neu: Open-Access-Sonderfonds

Förderung von Publikationen in Fachzeitschriften mit Artikelgebühren über 2.000 Euro

Forscher der Universität Stuttgart können ab sofort vom Open-Access-Sonderfonds profitieren. Erstattet werden 75 Prozent der Artikelgebühren, falls diese 2.000 Euro übersteigen. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um ein Open-Access-Qualitätsjournal handelt. Insgesamt stehen im laufenden Jahr 30.000 Euro zur Verfügung. Alle Informationen zu den Förderbedingungen, Verfahren und Ansprechpartnern gibt es auf den Open-Access-Seiten der Universitätsbibliothek:

http://oa.uni-stuttgart.de/publizieren/fonds/index.html

Aus dem regulären Open-Access-Fonds stehen für die volle Erstattung von Artikelgebühren (nur bis 2.000 Euro) dieses Jahr 50.000 Euro zur Verfügung.

Open Access: Beratung zu Zweitveröffentlichungen

UB Vaihingen, Pfaffenwaldring 55, 70569 Stuttgart (Videokonferenzraum)

Die Beratung richtet sich an Forscher, die bereits in einschlägigen Fachzeitschriften publizieren. Nach deutschem Urheberrecht hat jeder die Möglichkeit, nach 12 Monaten eine Zweitveröffentlichung vorzunehmen. Das ist sogar empfehlenswert, um die Sichtbarkeit der Veröffentlichung zu verbessern. Folgende Themen sind für die Beratung geplant:

  • Der Grüne Weg des Open Access: Veröffentlichung auf dem Dokumentenserver OPUS
  • Open-Access-Verlage (Goldener Weg)
  • Beachtung von Embargofristen: die Sherpa/Romeo-Liste
  • Beachtung des Urheberrechts, z. B. beim Verlagslayout
  • Meldung der Publikation an die Unibibliografie
  • PUMA und ORCID

Die Beratung ist für weitere Themen offen.

Veranstaltungsort: Videokonferenzraum UB Vaihingen, Pfaffenwaldring 55, 70569 Stuttgart

Anmeldung: https://www.ub.uni-stuttgart.de/lernen-arbeiten/schulungen/anmeldung/anmeldung-oa-publizieren-2.html

Studie: Open-Access-Artikel werden häufiger zitiert

Zweitveröffentlichung nach Embargo-Frist lohnt sich.

Autoren, die ihre Aufsätze in Online-Archiven zweitveröffentlichen und damit frei zugänglich machen, werden bis zu 19 Prozent häufiger zitiert. Das ist das Ergebnis einer Studie von Jim Ottavani von der University of Michigan (USA), die gerade im Magazin PloS ONE erschienen ist. Ottavani hatte tausende Publikationen ab Veröffentlichungsjahr 2006 untersucht, die zuvor in Closed-Access-Zeitschriften erschienen waren. Forscher sind also gut beraten, ihr Recht auf eine Zweitveröffentlichung wahrzunehmen (Grüner Weg des Open Access). So können Sie ihre Sichtbarkeit ihrer Forschungsergebnisse und den Impact-Faktor erhöhen. Für Angehörige der Universität Stuttgart steht dafür der Dokumentenserver OPUS kostenlos zur Verfügung.

Bleibt die Frage, ob die Embargo-Frist für die eigene Veröffentlichung schon abgelaufen ist, wenn man einen Artikel open access stellen will. Eine Orientierung, was die Verlage ihren Autoren erlauben, bietet die so genannte SHERPA/RoMEO-Liste, eine Datenbank, an der die Universitätsbibliothek Stuttgart mitgearbeitet hat. Darüber hinaus bietet das OA-Team der UB Beratung und Unterstützung an.

Literatur

Jim Ottavani: The Post-Embargo Open Access Citation Advantage: It Exists (Probably), Its Modest (Usually), and the Richt Get Richer (of Course), in: PLoS ONE, 11 (2016) 8, S. 1-11, doi: 10.1371/journal.pone.0159614

OPUS-Server aktualisiert

Moderne Benutzeroberfläche und neue Funktionen des Dokumentenservers

Der Dokumentenserver OPUS (Online Publikationen der Universität  Stuttgart) ist heute mit einer neuen Software online gegangen. OPUS bleibt als Marke erhalten. Neu ist die Software DSpace. Deshalb zeigt sich der OPUS-Server auch im neuen Gewand, einer modernen Benutzeroberfläche. Neu ist auch die Vergabe von Digital Object Identifiers (DOI). Mit dem Relaunch der Publikationsplattform am 4. April 2016 waren 8.725 Veröffentlichungen frei zugänglich. Deren Zahl steigt kontinuierlich.

http://elib.uni-stuttgart.de/

http://www.dspace.org/

Vortragsreihe Urheberrecht und wissenschaftliches Publizieren

Am Mittwoch, 25. November 2015, beginnt um 18 Uhr die  Vortragsreihe „Urheberrecht und wissenschafliches Publizieren“ im Vortragssaal der Universitätsbibliothek.

Prof. Dr. Volker M. Haug referiert zum Thema „Verlagspublikationen und Open Access: Was Autoren beachten sollten“.

Die Verpflichtung, im neuen baden-württembergischen Hochschulgesetz open access zu publizieren, stößt sowohl auf Zustimmung wie auf Kritik. Das Urheberrecht ist in diesem Zusammenhang immer wieder in der Diskussion. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Wie sieht die Veröffentlichungspraxis aus? Welche Chancen und Probleme gibt es, wenn Forscher sowohl in Verlagen publizieren, als auch Publikationen frei zugänglich machen? Darf man einen Aufsatz im Verlagslayout auf dem Dokumentenserver der Universitätsbibliothek veröffentlichen? Was ist zu beachten, wenn man Volltexte in der persönlichen Publikationsliste im Internet zugänglich macht?
Die Teilnehmer der Veranstaltung werden informiert über die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen für Open-Access-Veröffentlichungen.

Zielgruppe: Postdocs; alle, die regelmäßig publizieren oder am Thema interessiert sind.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe: http://oa.uni-stuttgart.de/publizieren/vortragsreihe/index.html

16. November 2015; webredaktion / sdr